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Archive for Mai 2012

Wie austauschbar machen wir den anderen Menschen und merken nicht einmal, welchen Preis wir selber zahlen. Hey, das kann doch wohl nicht sein, dass wir der Glitzerwelt im Fernsehen glauben und diese falsche Glückseligkeit erhoffen, die uns da vorgegaukelt wird. Nach welchen Werten leben wir denn?

Wie lernt ein Kind seinen Gefühlen zu vertrauen, wenn es sofort abgelenkt wird, weil man selbst das Weinen nicht aushält. Dabei darf man traurig sein, wenn der Luftballon platzt, vom Sturz das Knie weh tut, erst recht wenn das Meerschweinchen stirbt oder der gute Freund einen plötzlich blöd findet. Alles sind gute Gründe, die erst einmal wahrgenommen werden wollen und nicht gleich mit „hier ist Ersatz“ weggebügelt werden sollten. Fängt hier diese Austauschbarkeit schon an, ist das Eine so gut wie das Andere? Ist daraus unsere Lernerfahrung gewachsen, dass es für alles Ersatz gibt und meine Traurigkeit verfliegt, wenn ich mich nur schnell mit fragwürdigem Ersatz ablenke?

Dieses Vorgaukeln, im Internet habe ich 300 Freunde – die ich oftmals gar nicht kenne oder nur einmal gesehen habe – das kann doch kein Ersatz sein. Da hat ein realer Freund deutlich mehr Gewicht als die 300 zusammen. Wenn sich eine Freundschaft als schwierig erweist suche ich mir da gleich den nächsten – ist es das was wir wollen? Was entgehen mir dann für wunderbare Chancen zu erkennen, wo mein eigener Anteil ist an der kippeligen Freundschaft – und vor allen Dingen das Glücksgefühl, wenn man in „harter Arbeit“ diese Schwierigkeiten überwunden und wieder etwas verstanden hat. Ich meine, beim nur Austauschen der Personen ist kein Wachstum möglich. Das ist doch gruselig ewig mit dem gleichen Erfahrungsschatz durch die Gegend zu laufen weil ich immer wieder von vorne anfange.

Wie unbefriedigend sind Beziehungen, die nur in der Warteschleife hängen bis der nächst vermeintlich bessere vorbeikommt? Wie wenig satt werden sie mit so einer Oberflächlichkeit. Wie arm sind die Gefühle von diesen Wechselschaltern die “an” von “aus” in ihren Beziehungen nicht mehr unterscheiden können, weil alles ein flie(ß)(g)ender Übergang ist. Ich weiß von Wechselschaltern, die sehnsuchtsvoll zu denen schauen, die in der Lage sind glücklich alleine durchs Leben zu gehen und warten können auf eine erfüllende Beziehung. Nur Mut, es lohnt sich – versprochen!

Ab wann lernt man, dass alleine sein ganz wundervoll sein kann und weniger mehr ist? Abtauchen in eigene Welten – die Fantasie ist ein so wundervolles Spielfeld. Merken wie stark man alleine ist, dass es unbändig fröhlich macht, in eigenen Gedanken-Schatzkisten zu wühlen. Das alles wird einem doch nicht erst ab 20 klar, das muss doch schon vorher wachsen können.

Was für ein Geschenk ist in Kinder- und Jugendtagen die Kreativquelle Langeweile – da wo kein Fernseher oder Internet mir Leben vorgaukelt, welches ich nur anschauen aber nicht leben kann. Oh wie reich ist diese nicht verplante Zeit, wo ich mir selbst etwas ausdenken kann und muss – wo nicht das nächste Förderprogramm abläuft, um mitzuhalten im Wettkampf um die vorderen Plätze im späteren Berufsleben. Wie inspirierend ist es ohne strammen Stundenplan selbst die Zeit einzuteilen, sich Zeitinseln zu schaffen, wo man glückstrahlend alleine sein kann und möchte. Wie stark macht es, seiner eigenen Kreativität vertrauen zu können – das ist für mich so viel mehr wert als die zweite Fremdsprache schon mit 3 Jahren.

Wie sollen da Mütter unterstützen und Ideen liefern, die selbst so ein enges Zeitkorsett haben, oder die Tagesmütter, die 6 Kinder hüten? Im Urlaub am Bach ein Floß aus zusammengebundenen Stöcken bauen oder Nussschalen auf die Reise schicken auf denen kleine Käfer die große Flussreise machen können, wenn sie wollen. Wir wundern uns über die Zappeligkeit der Kinder und halten sie mit Medikamenten ruhig – setzen sie aber dieser Flimmerwelt aus und ihrem Rappel-Knall-Bum-Quietsch-Kreisch-Spielzeug.

Wie bereichernd ist es zu erfahren, dass man selbst so reich beschenkt wird, wenn man etwas für Andere tut. Vor einigen Jahren hatte viele Menschen für die Stadt St. Petersburg in der Adventszeit Päckchen gepackt und zu Sammelstellen gebracht, weil in Russland ganz viele Menschen gehungert haben. Das haben wir dann auch gerne mitgemacht und uns vorgestellt, wie die Menschen, die dieses Paket dann auspacken, sich freuen werden. Keine große aufwendige Sache –  aber das hat viel mehr Spaß gemacht als alles nur für sich selbst zu behalten. Es müssen nicht die weltverändernden Dinge sein, die schrecken einen sowieso und man gibt schnell auf in seiner Hilflosigkeit. Es sind die kleinen Dinge vor der Haustür die man zur eigenen Bereicherung anpacken kann – und zwar nicht weil man ein guter Mensch sein will, sondern um zu erfahren wie glücklich es einen selber macht, wenn man sieht, wie sich der Andere freut über ein unerwartetes Geschenk. Das können selbstgemachte Kekse genau so sein wie ein kleines Bild für die einsame Nachbarin. Wenn man das dann noch heimlich an die Tür hängt ist das ein ganz besonderes Vergnügen.

Wie einmalig wurde jeder geschaffen, nie auf der ganzen Welt ist Dir jemanden gleich, mit der gleichen Sicht auf die Welt, mit der gleichen Liebe im Herzen – alles ist einmalig. Das hat sich Gott wirklich großartig ausgedacht und seine Fantasie ist unerschöpflich. Da sollten wir nicht glauben, dass wir für jeden verlorenen Menschen hinter der nächsten Ecke Ersatz finden – da sollten wir anspruchsvoll  bei unseren Werten bleiben und uns nicht mit oberflächlichem Quatschkram begnügen – denn – wir wissen es längst – das macht nicht glücklich.

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Wie schnell sortieren wir Gefühle in Gut und Böse ein. Angst, Wut, Trauer – nix wie weg damit. Dabei sind sie als große Helfer gedacht. Angst schützt uns z.B. davor, etwas Gefährliches zu tun. Wir wenden eine enorme Kraft auf, um diese Gefühle wegzudrücken, zu ignorieren und verschaffen ihnen damit immer mehr Macht über uns. Man kann den vertrauensvollen Umgang auch mit diesen Gefühlen lernen – indem man sie zulässt. Manchmal reicht schon der Satz: „Trauer Du gehörst auch zu mir“ und sie fühlt sich ganz anders an und man kann wieder durchatmen.

Man muss nicht mehr zwanghaft reagieren sondern hat auch da eine größere Freiheit. Oft bekommt man im Innern ganz wundervolle Bilder gezeigt, wie diese Gefühle aussehen können und lernt einen großen Schatz in sich kennen. Ich habe vor vielen Jahren mal eine „innere Reise“ zu einer Vielzahl meiner Gefühle gemacht – diese Geschichte hab ich damals aufgeschrieben.

Eine Einladung in den Garten meiner Gefühle

Es ist ein englischer Garten – sehr gepflegt – mit vielen kleinen und halbhohen Buxbaumhecken. Ich habe zu dieser Einladung meine Trauer und meine Angst mitgenommen, sie freuen sich immer so, wenn sie mal angesprochen werden.

Wir drei tanzen durch den Garten als Ballettmädchen. Drei junge Mädchen freudig gespannt, ein bisschen verhalten und neugierig, tanzen oder eigentlich schreiten sie auf Spitze in den sonnigen Garten. Die Rosen, die ganz hinten an den Mauern blühen, verströmen einen ganz schweren berauschenden Duft. – Wenn Du beim Lesen innehältst, kannst Du es riechen  – die Luft ist ganz still.

Wir schauen in die Heckengänge, aber alles ist leer und friedlich.

Nun wird die Freude aufgerufen und es erscheint eine in der Luft schwebende Geige auf dem großen Rasenplatz. Sie spielt, sie fiedelt, sie jauchzt und dreht sich, es ist eine helle Freude.

Ich möchte den Spieler erkennen, aber den gibt es nicht. Die Geige spielt selbst. Sie hat ein unbändiges Temperament. Schon vom Zuschauen wird man mitgerissen – es wird einem schwindelig.

Und, irgendwie erahnt man es, sie nimmt den Platz der ersten Geige im Orchester ein und spielt verhaltener weiter als nun die Trauer aufgerufen wird.

Es ist ein Cello. Sie spricht mich ungefragt an, erkennt wohl meine fragenden Augen – Quatsch, sie weiß was ich denke -. „Ich bin die warmen tiefen Töne, ich spiele in Moll“, sagt sie zu mir. „Was wärest Du ohne mich?“ Ich spüre diese tiefen Töne in mir, ich höre sie nicht nur, nein ich kann sie spüren: warm, süß, verführerisch, in langen Schwingungen. Ich stehe als Ballettmädchen davor und staune und verstehe.

Nun wird mir das Muster klar: meine Gefühle sind Instrumente. Welch genialer Vergleich!!! Besser könnte man es doch gar nicht ausdrücken. Ich tanze vor Glückseligkeit Pirouetten und springe in tollsten Spagatsprüngen über die Wiese – welch Stolz über so einen glücklichen Vergleich.

Schmunzelnd halte ich inne und denke: nun braucht die Eitelkeit wohl erst einmal ein Instrument. Es ist die Querflöte.

Jetzt wird das Vertrauen aufgerufen. Ooooh, es ist ein riesiger weißer Flügel. Er nimmt fast die Hälfte dieser großen Rasenfläche ein. – Ja – er spielt die Hauptmelodie.

Immer schon hatte ich gesagt: – „Mir reicht nicht nur eine Oktave, ich möchte das Klavier von ganz unten bis ganz oben spielen können!“ Und nun dieser riesige wunderbare Flügel. Ich bin verzückt, er spielt meine Grundmelodie. Ich verstehe: ohne Vertrauen ist die Melodie schwach, ohne Halt.

Jetzt wird meine Depression aufgerufen, aber ich weiß nicht mehr, welches Instrument es ist, ich kenne es wohl nicht. Aber es sind auch unaufgerufen schon viele Instrumente dazu gekommen, die sich alle zu einem Orchester aufstellen. Sie sind für die feinsten Zwischentöne zuständig.

Nun kündigt sich die Wut an. Natürlich sind es die beiden großen Kesselpauken. Sie stellen sich still an ihren Orchesterplatz. Eine Stimme erwähnt noch, daß die Wut die kleine Hilflosigkeit hinter sich herschleift und ich schaue mich schon nach einem kleinen unscheinbaren Instrument um. Aber – die Hilflosigkeit kennt auch meine Gedanken und meint sehr selbstbewußt: „ Hier gibt es keine Wertigkeiten, hier hat alles dieselbe Berechtigung und Bedeutung“ – sie wart zur Geige und stellt sich mit sicherem Schritt auf den Platz der 2. Geige. – Warum eigentlich nicht?

Mein Orchester ist nun komplett – es sind wohl 100 Instrumente – Es ist ein Raunen wie im Orchestergraben – jeder stimmt sein Instrument.

Ich steige auf das Dirigentenpult – ganz konzentriert, ganze Glückseligkeit ob dieser Vielfalt, ganz stolz, hebe den Taktstock und gebe den Einsatz.

Nicht, nichts, nichts!

„Du kannst uns nicht dirigieren. Wir spielen dich“. Ich verstehe. Alles ist ganz logisch und unendlich klar. Ich werde gefragt, ob ich mit einem Gefühl näher sprechen möchte. Das Orchester antwortet: „Wieso, du brauchst doch nur zuzuhören. Wir spielen auch Solostücke. Wenn das bei einem Konzert geschieht, bist du doch immer die Erste, die klatscht. Du darfst bei uns auch klatschen, wenn Einzelne von uns ein Solo spielen. Aber du brauchst uns auch alle, damit der hohe Ton frei über der Grundmelodie dahinschweben kann.“

Ich stehe ehrfurchtsvoll vor meinem Orchester. Ich, der ich immer ängstlich darauf bedacht war, bloß die ganze Breite des Klaviers auszuspielen, ich, ich habe so eine Vielfalt, so ein großes Orchester in mir zur Verfügung. Der ganze große Rasenplatz ist voll.

Es sind so viele Instrumente: Waldhorn, Harfe, Kontrabaß, Triangel, alles, alles ist da – in mir.

Noch lähmt mich dieses übergroße Glück. In mir ist ein Gefühl von Niederknien – ich bin ganz demütig.

Dann bricht der Bann und ich tanze als federleichtes Ballettmädchen von Instrument zu Instrument und bedanke mich. Ich fange links bei der ersten Geige an, verbeuge mich vor jedem meiner Zwischentöne und tragenden Melodien und tanze durch meine Lebensmelodie.

Ich danke für dieses wunderbare Bild in mir. Ich habe es verstanden, ich habe alles verstanden. Ich bin unendlich dankbar für dieses feinsinnige Wunderwerk an Gefühlen.

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Einen Freund haben, ein Freund sein – welch Geschenk. Schon als Kind einen dicken (engen) Freund zu haben macht ungemein stark. Dann kann man es mit dem Rest der Welt aufnehmen. Dann plant man zusammen den Quatschkram und lacht sich schlapp wenn’s geklappt hat. Oder man leckt sich gemeinsam die Wunden, wenn’s aufgeflogen ist und die Strafe folgt. Diese Gemeinsamkeiten aus Kindertagen tragen so wunderbar die Freundschaft im Erwachsenenalter – auch wenn man Jahre nichts vom Anderen gehört hat – schups ist alles wieder da wenn man sich trifft – fast ohne Worte.

Ja, das ist überhaupt so ein Kennzeichen – einfach anknüpfen an das letzte Treffen, auch wenn viel Zeit vergangen ist. Freundschaft hat eine tolle Energie, eine Kraft, dass schon die Energiekonzerne schauen, ob sie da was abzapfen können. Man lebt da so eine tolle Bandbreite – von Tiefgang bis die Erde bebt bis zu ausgelassenem Übermut ist alles möglich – herrlich.

Ein Freund ist jemand, dem ich nichts vormachen muss/kann, er kennt auch meine grauen Seiten. Er freut sich mit mir und hört sich auch geduldig meine Leidensgeschichten an. Er versteht woran ich leide, auch wenn er an der Stelle nicht leiden würde – und das Tollste ist, er hält mich deshalb nicht für total übergeschnappt.

Ein Freund versteht, dass es verschiedene Welten gibt und somit verschiedene Wahrheiten. Auch wenn die gleiche Situation für ihn so anders aussieht als für mich, will er mich nicht von seiner Sicht der Dinge überzeugen sondern bringt nur mal vorsichtig diese andere Sichtweise mit ins Spiel. Jeder hat seine andere, eigene Vorgeschichte, die durch alles hindurchscheint. Lange habe ich gebraucht, dies zu verstehen – glaubte lange, es gäbe nur eine Wahrheit, natürlich meine…..

Er weiß einzuschätzen, dass mich heute etwas total fertig macht bei einem Menschen und ich ihn zum Mond schießen möchte und morgen könnte es der tollste Mensch der Welt sein. Es sind immer nur Teilbereiche die Kummer machen, wenn morgen etwas anderes sichtbar ist, super. Er behält das Große Ganze im Blick und zieht keine falschen Schlüsse.

Ein Freund ist da wenn es brennt und setzt sich auch unter den schwierigsten Bedingungen für einen ein, wenn’s sein muss. Ein Freund ist ein sehr sehr großes Geschenk, man kann sich absolut vertrauen.

Ja, so ein Freund möchte man selber auch sein – denn nur so funktioniert dieses Spiel unter Freunden. Sich selbst zurück nehmen, wenn der andere dran ist oder auch ganz schnell die Pingpongbälle zurückschmettern bei Gedankenspielen in luftigen Höhen – wachsam sein, Zwischentöne raushören oder manchmal sieht man es schon an der Körpersprache, dass etwas nicht stimmt.

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Hier hält sich Freude versteckt

Ihr kennt sicherlich den Test: in 20 Sekunden sich alles braune im Raum merken, dann Augen zu – und aufzählen, was alles blau ist. Genau – es kommt darauf an, wohin ich schaue, was mir wichtig ist, denn alles andere nehme ich kaum wahr. Ob ich die Katastrophe suche oder die Freude bleibt unsere Wahl – ich liebe diese Freiheit!

Wir können auf die Suche gehen, wo sich die Freude versteckt, oder besser, wo sie gratis enthalten ist. Im sich Mitfreuen für Andere liegt so viel Freude gratis aus, das ist ein ganz reicher Schatz. Ja, man kann fast die gleiche Freude empfinden wie der, den das Glück getroffen hat. Eltern kennen das, wenn sie sich für ihre Kinder mitfreuen, wenn etwas Tolles gelungen ist. Wir kennen es auch, wenn wir z.B. im Fernsehen erleben, dass eine sonst benachteiligte Person das ganz große Glück getroffen hat – dann können wir uns mitfreuen, dass es jetzt doch mal den richtigen getroffen hat. Dieses sich Mitfreuen kann man aber noch deutlich weiter ausdehnen, auf Freunde, Kollegen und Bekannte. Noch intensiver wird es, wenn wir unsere Freude dann auch dem gegenüber ausdrücken, der die Originalfreude besitzt. Dann multipliziert sie sich ganz schnell, diese Freude.

Dankbarkeit ist noch so ein großer Freudebrunnen. Wenn wir dahin schauen, was wir alles haben statt dahin, was wir noch haben möchten. Das ist ein Riesenunterschied. Dafür müssen wir uns nicht mit Menschen in Indien vergleichen sondern einfach im Augenblick bleiben. Schauen, hallo, wie gut geht es mir jetzt in diesem Moment wo ich diesen Artikel lese.

Es mag sein, dass ich zum Ende des Monats zu wenig Geld habe, aber jetzt bin ich satt. Es mag sein, dass morgen im Job neue Herausforderungen kommen, aber heute hab ich alle erfolgreich geschafft. Dafür kann ich dankbar sein. Wir schaffen das doch auch jetzt im Frühjahr – da erfreuen wir uns an der umwerfenden Wucht dieser Jahreszeit und jammern nicht, dass ja doch irgendwann der Herbst mit den Stürmen und dem Regen kommt.

Ich kann abends noch mal ganz bewusst schauen, was alles Tolles an diesem Tag passiert ist – schöne Begegnungen, Erfahrungen, Sonnenschein, in einem Land zu leben ohne Krieg und ich weiß nicht was alles. Sich dieses alles bewusst zu machen, macht zufrieden und glücklich. Nichts als selbstverständlich nehmen – Gesundheit wird oft erst sichtbar, wenn sie fehlt – nein, sie ist auch schon vorher eine Kostbarkeit. Schrecklich was wir alles an glücklichen Momenten einfach als „Zufall“ abtun und nicht weiter beachten, statt dankbar dafür zu sein. Diese Definition es „fällt mir zu“ sagt da schon mehr aus – da gibt es einen Empfänger und einen Absender. Oder dieses „da hab ich aber Glück gehabt“ bei dem Fast-Verkehrsunfall oder wo man bei Glatteis fast ausgerutscht wäre. Wie schön, dass das Glück mir hold ist. Wir sagen ja durchaus: da hat er aber einen Schutzengel gehabt – wenn etwas gerade noch mal gut gegangen ist. Da darf man ruhig mal Danke sagen.

Im Rückblick können wir oft erkennen, wie wunderbar sich alles gefügt hat – auch dafür können wir dankbar sein.

Ja, es steht uns zu zu genießen. Wir können uns Inseln im Leben schaffen, die uns gut tun. Es können die kleinen 10 Minuten sein wo wir innehalten und in der Sonne sitzen oder in der Mittagspause noch in den Buchladen gehen und dort im Buch weiterlesen. Ja, sich die Seite merken, wie weit man am Vortag gekommen ist und weiterlesen, kurz aussteigen aus dem Gedanken-Karussell der Firma mit den Kollegengesprächen beim Essen und abtauchen in das Buch – was für eine Kostbarkeit. Ich fühlte mich königlich.

Es lohnt sich zu suchen – denn wir machen uns selbst damit so glücklich.

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hey, was ist es für ein großartiger Erfolg, dass Jürgen Klopp mit seinem Gottvertrauen – wie er es nennt – von Sieg zu Sieg eilt. Jürgen Klopp betet, Lewis Holtby bekreuzigt sich und Cacau steigt als Prediger auf die Kanzel – heißt es u.a. im Klappentext. Auch bei Stefan Raab hat Klopp diese Fußballbibel schon vorgestellt. Ein tolles Buch voller Fußball- und Glaubensbegeisterung. Ich kann es sehr empfehlen.

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