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Archive for Oktober 2012

 

Wie verrückt dürfen oder müssen Visionen sein?

Erwachsene Elefanten kann man deshalb anketten, weil man dies schon im Kindesalter mit ihnen gemacht hat und sie tausendmal versucht haben, diese Ketten zu sprengen – damals vergeblich. Später hat es der Elefant dann gar nicht mehr versucht, als er es dann eigentlich konnte. Welch gerissener Trick.

Haben wir auch solche Fußfesseln, die in der Kindheit – oder auch später – angelegt wurden, die aber längst nicht mehr halten würden, wenn wir uns denn getrauten, es mal wieder auszuprobieren.

Wie komm ich dem überhaupt auf die Schliche, denn auch die Fußfessel nehm’ ich ja gar nicht mehr wahr. Hab sie ausgeblendet, um mich nicht weiter dran zu scheuern, um den Schmerz nicht zu spüren – ist ja eigentlich ein toller Mechanismus in uns, der dies ermöglicht. Diese Worte schreien eigentlich nach einem Waffenschein, die gut meinende Eltern/Lehrer/Freunde/Partner so von sich geben. Wir gehen hier mal vom unbewussten Verletzen aus – von dem was passiert wenn wir meinen, unsere Kinder auf das Leben so vorbereiten zu müssen, weil wir das Leben kennen und Enttäuschungen ersparen wollen. Ach was gibt es alles für plausible Erklärungen, wieso Eltern so sind wie sie sind.

Es scheint ja besser, man probiert in Kindertagen gar nicht so viel aus um nicht ein „das kannst Du sowieso nicht“ zu hören. Dann bleibt die Chance bestehen, dass man mit 30, 40 Jahren oder 50 oder 80, ganz egal, es doch einfach mal ausprobiert. Hab ich aber in Kindertagen gehört „das kannst Du sowieso nicht“ dann geht es uns oft wie dem Elefanten, man probiert es nicht mehr aus.

Zurück zur Ausgangsfrage: wie komme ich mir auf die Schliche….. Vielleicht hilft es, sich ohne Schere im Kopf hinzusetzen und zu träumen: wenn die gute Fee käme und wir einen Wunsch frei hätten? Da wird uns schon einiges einfallen – nicht nur die Antwort – viel Geld oder Zeit! Sondern was will ich denn dann mit dem Geld/der Zeit machen, was kann ich dann endlich umsetzen, was mir bislang nicht gelingt. Oder, ja wenn ich Talent hätte, dann….. wenn ich jünger wäre, dann…. wenn ich …… Ihnen fällt bestimmt einiges dazu ein.

Sicherlich kennen Sie Biografien die beeindrucken weil jemand den Mut hatte, etwas auszuprobieren, was man selbst eigentlich auch gerne machen wollte. (Aber man hat es nie versucht, wir haben es doch im Ohr: kein Talent, keine Ausdauer, zu kurze Beine, stottert, keinen Geschäftssinn oder ich weiß nicht was.) Man ist ja Realist, kennt seine Grenzen. Hach, diese Grenzen sind selbst gemacht in unserem Kopf und sonst nirgendwo.

Wir haben eine solche Vielzahl von Talenten mit auf den Weg bekommen – es wäre doch gelacht, wenn wir da nicht noch eine Menge ausgraben können.

Wenn man Fußfesseln sprengt, dann werden so viel gestaute Kräfte aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst, von denen hat man vorher nur geträumt. Natürlich macht es erst einmal traurig, wenn man erkennt, wo man überall gefesselt ist – aber dann, wenn man sich traut, es ausprobiert – dann…….

Ich leihe mir einen Satz von Hilde Domin: „ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug!“

Unsere Träume und Visionen unterscheiden uns eindeutig von Elefanten – und töten das Damoklesschwert. Ach ja, wir sollten selbst achtsam sein, um unseren Kindern nicht selbst Fußfesseln anzulegen sondern Mut zu machen, den Fuß in die Luft zu setzen…..

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